Julius Löw

* 19.04.1896 † 01.04.1980 Kaufmann

Julius Löw wurde in Öhringen geborgen.
Seit dem 20. 09.1930 war Julius Löw verheiratet mit Helene, geb. Braun, aus Sontheim
bei Heilbronn. Helene war römisch-katholisch und Julius Mitglied der israelitischen
Gemeinde in Ludwigsburg. Das Ehepaar hatte keine Kinder. Julius Löw arbeitete von
August 1922 bis März 1938 als Kaufmann und Hilfskorrespondent bei der Salamander
AG. Er wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft gekündigt und war zunächst arbeitslos.
Am 08. oder 09. 11.1938 wurde Julius Löw aus seiner Wohnung in der Jägerstraße 18 in
Kornwestheim verhaftet. Zunächst kam er in das Gerichtsgefängnis nach Ludwigsburg
und von hier in das Gefängnis Büchsenstraße in Stuttgart, danach wurde er in das
KZ Welzheim verbracht. In Welzheim war er einen Monat bis zum 12.12.1938 interniert.
Ab 1940 arbeitete Julius Löw bei der Lederfabrik Hepting & Co in Feuerbach bis
1943 als Hilfsarbeiter beim Barackenbau, für Hofarbeiten und zum Stanzen. Von 1943 bis
zum Februar 1945 war er als Straßenkehrer und Hilfsarbeiter beim Städtischen Fuhrwerk
der Stadt Stuttgart tätig. Am 12. 02.1945 sollte Julius Löw zum Arbeitseinsatz
nach „auswärts“ kommen, tatsächlich wurde er mit der letzten Deportation
württembergischer Juden in das KZ Theresienstadt verschleppt, das er einen
Monat nach der Befreiung im Mai 1945 verlassen konnte.
Dies bestätigt auch eine eidesstattliche Erklärung von Johanna P. aus Stuttgart.

So steht in der Erklärung, dass „Herr Löw als Jude mit mir am 12.02.1945 in das Durchgangslager Bietigheim zum Zwecke der Deportierung nach Theresienstadt kam.“
Am 18.10.1946 erhielt Julius Löw ein einmaliges Überbrückungsgeld von 500 RM
(Reichsmark) vom Amt für Wiedergutmachung.
Auch 1950 erhielt er noch einmal einen geringen Betrag.
Neben dem Staat hat auch die Salamander AG eine Entschädigung von insgesamt
1680 RM gezahlt.
Kein Geld der Welt kann die Greueltaten und Morde, welche das Naziregime begangen
hat, wieder gut machen.

Fraukelind Braun und Anne Jeziorski